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Jan 04

PLE (Part IV): Erfahrungsbericht

Wie ich in meinem vorangegangenen Artikel bereits angedroht habe, kommt hier ein kurzer Erfahrungsbericht über die Gestaltung meiner persönlichen Lernumgebung mit Symbaloo.

An dieser Stelle muss ich etwas weiter ausholen und zwecks besserer Vergleichsmöglichkeiten einmal kurz schildern, wie meine persönliche Lernumgebung (im Internet) vor der Erprobung dieses Tools aussah.

Seit Jahren habe ich eine mehr oder weniger wilde Sammlung von Bookmarks in meinem Browser, die schließlich trotz teilweiser Sortierung in Ordner so groß war, dass sie locker bis zum unteren Bildschirmrand reichte, wenn ich sie öffnete. Größtenteils vermischten sich hier auch Privates/Berufliches und Studentisches, so dass ein Wiederfinden einzelner Bookmarks/Websites schon den Charakter einer Expedition annehmen konnte. Außerdem waren die Lesezeichen natürlich auch nicht kategorisiert, d.h. beispielsweise, dass sich Links zu Blogs innig vermischten mit Links zu Foren, Fahrplänen, Onlineshops, Videos etc.
Leider habe ich es versäumt, dieses Durcheinander für die Nachwelt festzuhalten…
Nun könnte man natürlich sagen, dass die Möglichkeit, Ordnung in dieses Chaos zu bringen, auch ohne die Konstruktion einer PLE gegeben gewesen wäre.
Das stimmt mit Sicherheit – aber zumindest in meinem konkreten Fall hat erst die Beschäftigung mit diesem Thema dazu geführt, die (nicht vorhandene) Organisation meiner Internetressourcen zu überdenken und zu ändern.
Hier ein Screenshot meiner (vorläufigen) PLE:

Wie man auf obigem Bild erkennen kann, werden die Links in Symbaloo in Form von Blöcken dargestellt – Smartphonebesitzern wird diese Darstellungsweise wohlbekannt sein.

Die Blöcke lassen sich sowohl farblich, als auch in Bezug auf die Beschriftung individuell gestalten, es gibt aber auch die Möglichkeit, vorgefertigte Blöcke zu nutzen. Theoretisch kann jeder Link, den man kopiert auch in einen eigenen Block verwandelt werden.

Die Platzierung der Blöcke erfolgt ebenfalls individuell, so dass durch diese Faktoren ein hohes Maß an Personalisierbarkeit gegeben ist. So lassen sich die Anwendungen durch Platzierung und farbliche Gestaltung zu subjektiv sinnvollen Kategorien zusammenfassen. Ich habe zum Beispiel alles, was vorrangig der Kommunikation dient oben rechts platziert und in Orange gehalten.

Das Wiederfinden wird so erheblich erleichtert und führt zu einer deutlichen Zeitersparnis. Ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht nur auf einer Seite die Blöcke sortieren kann, sondern auch verschiedene Seiten anlegen kann, die sich dann wiederum thematisch ordnen lassen. Außerdem können veröffentlichte Webmixe anderer Benutzer dem Eigenen hinzugefügt werden.

Über eine Stichwortsuche können potentiell interessante Webmixe ausfindig gemacht werden und so hat man die Möglichkeit, sich zum einen inspirieren zu lassen, zum anderen direkt von der Arbeit anderer zu profitieren. Selbstverständlich funktioniert das ganze auch andersherum: Man kann einen Webmix, den man für gelungen hält allen anderen Nutzern zur Verfügung stellen.

Für jede verlinkte Website öffnet Symbaloo einen eigenen Tab, es gibt aber auch Apps, die es erlauben, direkt auf der Seite z.B. die neusten Tweets oder abonnierte RSS-Feeds zu lesen. Darüberhinaus können auch so nützliche Anwendungen, wie ein Kalender, welcher die nächsten wichtigen Termine anzeigt, ein Notizblock und eine To-Do-Liste integriert werden. Die Bedienung ist denkbar unkompliziert und kann rein intuitiv erfolgen, es ist kein Tutorial oder Ähnliches nötig um sich zurechtzufinden. Symbaloo lässt sich im Browser als Startseite einrichten und ist von jedem (mobilen) Gerät aus zu erreichen.

Hier eine kleine Aufstellung der Dinge, die ich persönlich als Vorteile für das eigene Lernen werte:

– Übersichtlichkeit

– Personalisierbarkeit

– thematische Einheitlichkeit

– einfache Handhabung

– ständige Erreichbarkeit aller Ressourcen von einer einzigen Plattform aus.

Zusammenfassend kann ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass ich

  1. einen besseren Überblick über von mir genutzte Webanwendungen habe,
  2. diese leichter und schneller erreichen kann,
  3. durch die Webmixe anderer User neue interessante Anwendungen kennengelernt habe,
  4. manche Ressourcen viel öfter nutze, als vorher, aus dem ganz einfachen Grund, dass sie mir jeden Tag beim Starten meines Browsers ins Auge fallen,
  5. weniger in Versuchung gerate, mich durch andere Dinge ablenken zu lassen, weil ich im Rahmen meines Webmixes nicht mit ihnen konfrontiert werde.

6 Kommentare

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  1. Sonja Froning

    gesehen, gelesen, gestartet
    Dies ist etwas ganz neues für mich, aber das Linkchaos, das kenne ich nur zu gut. Mal sehen wie es für mich funktioniert.
    Vielen Dank Sonja Froning

    1. admin

      Hallo Sonja,
      danke für deinen Kommentar! Ich glaube, dass Linkchaos ist wohl vielen Menschen sehr bekannt. Hoffe, die Anwendung kann auch dir den Alltag ein bisschen erleichtern. Ich weise jedoch nochmals daraufhin, dass es auch noch eine Reihe von anderen Anbietern gibt, ich bin zwar mit Symbaloo sehr zufrieden, möglicherweise wäre jemand anders aber mit z.B. Protopage glücklicher.
      Ein PLE soll schließlich den persönlichen Bedarf bestmöglich abdecken – und da legt nicht jeder die gleichen Maßstäbe an.
      Es lohnt sich also ein bisschen herumzuprobieren.

  2. Marc Schulz

    Ich bin nach wie vor etwas skeptisch, wenn es darum geht miteinander vernetzte Informationen im Web zu speichern. Damit lässt sich bei einem unkontrollierten Zugriff von Dritten schnell ein Nutzerprofil anlegen. Damit ist bekannt welche Webshops ich verwende, wo ich arbeite (mit der zeitlichen Dimension auch wo ich gearbeitet habe), welche Freunde ich habe und welchen Hobbys ich nachgehe.
    Wozu ein Dritter diese Informationen nutzt, erschließt sich mir oft noch gar nicht. Wenn es dann aber geschieht, habe ich darauf keinen Einfluss mehr. Oft bekomme ich es noch nichteinmal mit.

    Ein Beispiel:
    Welche Informationen lassen sich jetzt schon sammeln, wenn ich einen Namen einschließlich Wohnort in eine Suchmaschine eingebe? Ist der Name selten und lässt sich durch weitere Informationen die Trefferliste weiter “verfeinern” sind eine Reihe von Informationen (einschließlich Bildern) über die gesuchte Person verfügbar. Ohne das die gesuchte Person darüber informiert ist.

    Unabhängig davon erkenne ich auch die Vorteile, so dass es letzendlich immer wieder ein abzuwägen ist, wieweit ich Daten von mir im Netz ablege. Wenn ich gefragt werde, ob Symbaloo etwas für mich ist? Eher nicht, dafür ist das Chaos bei mir noch nicht groß genug.

  3. admin

    Hallo Marc,
    danke für deinen interessanten Kommentar. Das von dir angesprochene Problem ist meines Erachtens weniger ein Problem mit Symbaloo o.ä. sondern mit dem Web an sich.
    Statt einer ausführlichen Antwort hier habe ich einen kleinen Artikel zu dem Thema verfasst (siehe Startseite), damit auch die Allgemeinheit profitieren kann. Weitere Kommentare sind gerne gesehen.

  4. noraulbing

    Hallo Joan,
    danke für diesen Artikel! Davon höre ich zum ersten Mal und ich finde die Anwendung sehr spannend. Vielleicht probiere ich das Ganze heute Abend noch aus :)
    Auch ich habe eine endlos lange Linksammlung. Zwar kategorisiert in Ordnern, jedoch muss ich jedes Mal wenn ich einen Link suche, erst viel Zeit damit vergeuden diesen zu finden :D
    Also vielleicht ist Symbaloo die Lösung meines Problems?! Mal sehen.
    Ich weiß ich sollte normalerweise nicht so faul sein und selber googeln, aber kannst du mir vielleicht kurz erklären was bei “Protopage” anders ist?

    Übrigens gefällt mir dein Schreibstil sehr gut – äußerst angenehm zu lesen. Weiter so!

    LG Nora

  5. admin

    Hallo Nora,
    danke für die Blumen! Einen Link zu Protopage habe ich im nächsten Artikel “Vorläufig abschließende Betrachtungen zum Lernprozess”eingefügt, da kannst du dir meine Versuchsseite anschauen. Der wesentliche Unterschied besteht eigentlich im Layout, bei Protopage hast du statt Blöcken kleine Fenster für deine Links. Der Vorteil gegenüber Symbaloo ist, dass du z.B. deine Feeds oder Videos in diesen Fenstern sehen kannst, ohne dass du die Seite verlassen musst. Aber ich finde diese Optik eher ablenkend – ich möchte mich mit einer Sache auf einmal beschäftigen und nicht mit vielen.
    Da finde ich Symbaloo besser. Aber wer “multitaskingfähiger” ist als ich, wird mit Protopage vielleicht glücklicher.
    LG
    Joan

  1. PLE (Part IV): Erfahrungsbericht » Another Blog In The Web | PLE Personal Learning Environment | Scoop.it

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